Die Geschichte des Ruhetals


Die evangelische Waldheimarbeit entstand in den zwanziger Jahren mit ihrer wirtschaftlichen und sozialen Not.

Tatkräftige Christen erkannten aus ihrem Glauben heraus ihren Auftrag zur Nächstenliebe und wollten dies entsprechend umsetzen.

1949 wurde schließlich unter Gemeindediakon Ernst Röder in Ulm, in einer kleinen Gartenlaube des Ruhetals angefangen, Waldheimfreizeiten durchzuführen.

Viel hat sich seit diesem Anfang vor mehr als 50 Jahren getan. Da gab es natürlich viele bauliche Veränderungen, aber auch die Ziele haben sich geändert.

Ging es am Anfang um die Herausfütterung hungriger Kinder (die Kinder wurden damals vor und nach der Freizeit gewogen), so ist es heute zunehmend wichtig, dass die Kinder einen Ausgleich von einseitigen Leistungsanforderungen in der Schule, von eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten in der Stadt, von der Konsumorientierung, von Lärm, Verkehr und Luftverschmutzung erleben.


1949
 
Ernst Röder erhält den Auftrag eine Kinder-Ferien-Erholung im Ruhetal durchzuführen. 

Beginn in der Gartenlaube, gekocht wurde in der Waschküche der Gaststätte Paradies.

   

1951
 
Karl Käßbohrer stiftet eine Baracke in der eine Küche und Liegehalle eingebaut wird.
   

1952
 
Ein kleines Schwimmbad von 5 x 10 Metern wird gebaut und mit eigenem Quellwasser gefüllt.

Zum ersten Mal fährt ein Bus ins Ruhetal. 

   

1953
 
Im Fort Unterer Kuhberg wird ein Teillager errichtet. 100 Kinder im Teillager, 500 Kinder im Ruhetal.
   


1954
 
Das Teillager Kuhberg wird zurückgegeben, stattdessen wird das Teillager in Klingenstein errichtet.
   


1955
 
Eine 22 Meter lange Rutschbahn wird erstellt.
   


1956
 
Anbau von 2 Räumen an die Baracke.
   


1959
 
Die Stadtwerke Ulm legen eine Wasserleitung ins Ruhetal, weil das Quellwasser zum Kochen nicht mehr ausreicht.

Die alte Gartenlaube wird abgerissen und eine neue zum Tischtennisspielen errichtet.

   


1960
 
Eine zweite gestiftete Baracke wird im obersten Teil des Geländes zum Spielen, Singen und zur Mittagsruhe erbaut. 
   


1964
 
Durch den Kasernenbau der Wilhelmsburg geht gutes Spielgelände zwischen Fort Prittwitz und der Wilhelmsburg verloren, die Stadt Ulm gibt dafür zwei Spielwiesen.
   


1965
 
Die Planungen für ein neues Heim beginnen.
   


1967
 
Baubeginn für das neue Ferienheim.
   


1969
 
Das neue Heim wird am 14.Juni festlich eingeweiht. Die Finanzierung wurde durch die Zuschüsse der Landeskirche, des Dekanatsbezirks Ulm, der Stadt Ulm, der AG Waldheime und des Landesjugendplans ermöglicht.  
   

1970
 
Die Hauswirtschaftsleiterin Frau Burmeister wird eingestellt.
   


1974
 
Ernst Röder leitet mit seiner Frau zum letzten Mal die Kinder-Ferien-Erholung.
   


1975
 
Gemeindediakon Heiner Staiger übernimmt mit seiner Frau die Leitung des Waldheims.
   


1984
 
Ein großer Brand zerstört Teile des neu errichteten Heims.
   


1985
 
Unter der Leitung von Gemeindediakon Michael Vogel gibt es erstmals gemischtgeschlechtliche Gruppen im Ruhetal.

Erste Ökoprojekte werden durchgeführt.

   


1987
 
Gemeindediakonin Ulrike Lambrecht übernimmt die Leitung und macht aus 2 Abschnitten (3 und 2 Wochen) 3 Abschnitte mit je 2 Wochen.
   


1989
 
Die Grillhütte wird erstellt.
   


1991
 
Für ein Jahr hat Sozialpädagoge Günter Sack die Leitung des Waldheims inne, kann aber aufgrund Mitarbeitermangels nur zwei Abschnitte anbieten.
   


1992
  Gemeindediakon Dietmar Oppermann übernimmt die Leitung.
   


1994
  Projekt 15 wird als Vorbereitung für das Gruppenleiten im Ruhetal ins Leben gerufen. 
   


1995
  Das Kinderparlament nimmt seine Arbeit auf
   


1998
  Nach langer Zeit wird wieder ein dritter Abschnitt unter ehrenamtlicher Leitung durchgeführt.
   


1999
  In drei Ferienabschnitten werden im Jubiläumsjahr im Ruhetal ca. 880 Kinder betreut, im Teillager Klingenstein ca. 120 Kinder.
   


2000
  Beim Fest der Ehemaligen am 50 jährigen Jubiläum wird die Idee geboren, im Juni 2000 wird der Förderkreis Ruhetal gegründet.
   


2001
  Frau Burmeister geht nach über 30 Jahren Dienst in den wohlverdienten Ruhestand.
   


2002
  Auf der unteren Wiese wird eine, bisher von der Münsterbauhütte verwendete, Baracke wieder aufgebaut. Die Kinder taufen sie auf den Namen K.U.H. (Kleines Unteres Heim).
   


2003
  Erstmals wird eine integrative Gruppe mit behinderten und nicht behinderten Kindern angeboten - ein voller Erfolg!
   


2004
  Die fast 50 Jahre alte Rutsche wird komplett saniert. Nur kurz wurde darüber nachgedacht sie abzureißen - aber die Rutsche gehört einfach dazu!
   


2008
 

Die Pfingstfreizeit im Ruhetal startet. Ein neuer Abschnitt wird geboren.

   


2009
 

Das Ruhetal wird 60. Über das ganze Jahr verteilt wird in Ulm, um Ulm und um Ulm herum gefeiert.

   


2010
 

Veröffentlichung des Ruhetalfilms "Das Ruhetalprinzip - Regelfall Ausnahmezustand". Im Kino und auf DVD.

   


2010
 

Zum ersten Mal wird das Vorbereitungswochenende von zwei Abschnitten gemeinsam durchgeführt. Aus der Not geboren war es ein unerwarteter toller Erfolg. Abschnitt 1+2 hatten eine schöne, interessante Zeit mit vielen Workshops.